Vor 75 Jahren wurde Bad Ischl für einige Tage zum Mittelpunkt der weltweiten Pfadfinderbewegung. Anlässlich dieses Jubiläums war am vergangenen Wochenende die Pfadfindergilde in Bad Ischl zu Gast. Mit Peter Kovar, Willi Kerschbaum und Poldi Jonas waren darunter auch drei Pfadfinder, die 1951 selbst am 7. World Scout Jamboree teilgenommen hatten.
Gemeinsam kehrten sie an den historischen Lagerplatz zurück, der heute noch durch drei Gedenksteine an dieses außergewöhnliche Ereignis erinnert.
„Nach dem Krieg war das Jamboree ein Zeichen der Hoffnung. Zum ersten Mal trafen wir Jugendliche aus aller Welt – Freundschaften entstanden über alle Grenzen hinweg“, erinnert sich Peter Kovar an das Treffen vor 75 Jahren.
Auch Poldi Jonas blickte im Gespräch mit Verena Muhr auf seine Erlebnisse zurück: „Pfadfinder sein ist eine Philosophie, die muss man leben und erleben, und das habe ich bei diesem Jamboree ganz besonders.“
13.000 Pfadfinder aus 61 Nationen in Oberösterreich
Beim 7. World Scout Jamboree im August 1951 kamen rund 13.000 Pfadfinder aus 61 Nationen in Bad Ischl zusammen. Nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stand das Lager ganz im Zeichen der internationalen Begegnung und Verständigung.
Die Dimensionen waren für die damalige Zeit enorm. Geschlafen wurde auf Decken, die über Stroh ausgebreitet waren. Für die Verpflegung der tausenden Teilnehmer wurden unter anderem rund 10.000 Kilogramm Brot, 25.000 Kilogramm Fleisch, 60.000 Kilogramm Kartoffeln und 140.000 Kilogramm Gemüse benötigt. Auch ein kleines Stück österreichischer Alltagsgeschichte ist mit dem Jamboree verbunden: Hier wurde erstmals Coca-Cola in Österreich ausgeschenkt.
Für die Pfadfindergruppe Bad Ischl ist das Weltjamboree bis heute ein wichtiger Teil ihrer Geschichte. Obmann Gerald Schober freut sich deshalb besonders über den Besuch der damaligen Teilnehmer: „Das Weltjamboree ist bis heute ein bedeutender Teil unserer Vereinsgeschichte. Es macht uns stolz, dass Bad Ischl Gastgeber dieses außergewöhnlichen Ereignisses war.“
Das Jamboree von 1951 ist aber weit mehr als ein Stück Bad Ischler Geschichte. Es gehört zu den bedeutendsten Ereignissen in der Geschichte der Pfadfinderbewegung in Oberösterreich und Österreich. Dass 75 Jahre später noch Zeitzeugen an den damaligen Lagerplatz zurückkehren und von ihren persönlichen Erlebnissen erzählen können, macht dieses Jubiläum zu etwas ganz Besonderem.