Sicherheitshalber – Kinder- und Jugendschutz

Kinder und Jugendliche sollen sich bei den Pfadfinder*innen sicher, ernst genommen und respektiert fühlen. Dafür tragen wir alle gemeinsam Verantwortung.

Vielleicht hast du selbst etwas erlebt, eine Situation beobachtet oder jemand hat dir etwas erzählt. Vielleicht kannst du noch gar nicht genau sagen, was nicht stimmt, aber du hast ein ungutes Gefühl. Du musst damit nicht allein bleiben und du musst die Situation auch nicht selbst beurteilen oder lösen.

Unsere Sicherheitsvertrauenspersonen Gaby Voglmayr und Bernhard Ille sind für Kinder, Jugendliche, Leiter*innen, Funktionär*innen und Eltern da. Sie hören zu, nehmen Anliegen ernst und unterstützen dabei, die nächsten Schritte zu klären. Du kannst dich direkt an sie wenden – unabhängig davon, ob du selbst betroffen bist, dir Sorgen um eine andere Person machst oder eine fachliche Einschätzung brauchst.

Viele unserer Pfadfinder*innengruppen haben zusätzlich eigene Gruppenvertrauenspersonen. Sie sind direkt vor Ort ansprechbar. Du kannst selbst entscheiden, ob du mit einer Person aus deiner Gruppe oder mit den Sicherheitsvertrauenspersonen des Landesverbandes sprechen möchtest. Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg.

Unsere Sicherheits-Vertrauenspersonen

Gaby Voglmayer

Landes-Sicherheitsvertrauensperson

Bernhard Ille

Sicherheitsvertrauensperson

Anliegen werden vertraulich und verantwortungsvoll behandelt. Sollte es notwendig sein, weitere Unterstützung einzubeziehen, werden die nächsten Schritte nach Möglichkeit vorher erklärt und gemeinsam besprochen.

Vertrauenspersonen in den Gruppen

Viele Gruppen haben bereits eigene Vertrauenspersonen. Sie unterstützen bei Fragen, Sorgen, Konflikten, Grenzverletzungen oder einem unguten Gefühl. Wende dich direkt an sie oder an deine Gruppenleitung.

Hat deine Gruppe noch keine eigene Vertrauensperson, kannst du dich jederzeit direkt an Bernhard oder Gabi wenden. Sie helfen auch dabei eine Gruppenvertrauensperson bei euch zu installieren!

Deine Rechte und Grenzen

Bei den Pfadfinder*innen sollst du dich sicher und respektiert fühlen.

Du hast das Recht …

  • Nein zu sagen.
  • selbst über deinen Körper zu bestimmen.
  • dass deine persönlichen Grenzen respektiert werden.
  • ohne Gewalt, Druck und Erniedrigung behandelt zu werden.
  • dir jederzeit Hilfe zu holen.

Nicht in Ordnung ist, wenn jemand …

  • dein Nein nicht akzeptiert,
  • dich absichtlich bloßstellt oder beleidigt,
  • dich gegen deinen Willen berührt,
  • dich bedroht, erpresst oder zu etwas zwingt,
  • unangenehme Fotos oder Videos von dir macht oder verbreitet,
  • verlangt, dass du etwas Belastendes geheim hältst.

Auch wenn du zuerst zugestimmt oder mitgemacht hast, darfst
du jederzeit aufhören und Nein sagen.

Wenn dir jemand etwas erzählt

Ein Kind oder eine andere Person vertraut sich dir an? Nimm das Gespräch ernst und bleib ruhig.

So reagierst du richtig

  • Höre aufmerksam zu.
  • Glaube der Person und nimm ihre Gefühle ernst.
  • Lass sie in eigenen Worten erzählen.
  • Stelle nur notwendige, offene Fragen.
  • Sage klar: „Du bist nicht schuld.“
  • Erkläre, dass du Unterstützung holen wirst.
  • Halte wichtige Aussagen anschließend sachlich fest.
  • Wende dich an eine Sicherheitsvertrauensperson.

Vermeide …

  • Druck oder wiederholtes Nachfragen,
  • Versprechen wie „Ich sage es niemandem“,
  • eigene Nachforschungen,
  • die beschuldigte Person selbst zu konfrontieren,
  • das Weitererzählen an nicht beteiligte Personen.

Du musst die Situation nicht selbst beurteilen oder lösen. Deine Aufgabe ist es, zuzuhören, Sicherheit zu geben und Unterstützung zu holen.

Wenn du etwas beobachtest

Dir fällt eine Situation auf oder du hast ein ungutes Gefühl? Nimm deine Wahrnehmung ernst – auch wenn du noch nicht sicher bist, wie sie einzuordnen ist.

So gehst du vor

  • Stoppe die Situation, wenn jemand unmittelbar gefährdet ist.
  • Bleib ruhig und handle überlegt.
  • Halte fest, was du selbst gesehen oder gehört hast.
  • Notiere Datum, Ort und beteiligte Personen.
  • Trenne Beobachtungen klar von Vermutungen.
  • Wende dich an eine Sicherheitsvertrauensperson.

Vermeide …

  • selbst Nachforschungen anzustellen,
  • Beteiligte ausführlich zu befragen,
  • die verdächtigte Person zu konfrontieren,
  • Vermutungen im Leitungsteam oder in der Gruppe weiterzuerzählen.

Eine einzelne Auffälligkeit ist noch kein Beweis. Wiederholte oder schwerwiegende Beobachtungen müssen aber ernst genommen werden.

Du musst die Situation nicht selbst beurteilen oder lösen. Hole dir Unterstützung, sobald du unsicher bist.

Sicheres Miteinander

Bei den Pfadfinder*innen achten wir aufeinander. Alle sollen sich sicher, respektiert und willkommen fühlen.

Dafür stehen wir

  • Wir respektieren persönliche Grenzen und ein Nein.
  • Wir behandeln einander wertschätzend.
  • Wir dulden keine Gewalt, Erniedrigung oder Diskriminierung.
  • Wir sprechen Grenzverletzungen an und schauen nicht weg.
  • Erwachsene gehen verantwortungsvoll mit ihrer Rolle um.
  • Fotos, Videos und digitale Kontakte werden achtsam genutzt.
  • Kinder und Jugendliche wissen, an wen sie sich wenden können.
  • Wir holen Unterstützung, wenn wir unsicher sind.

Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe. Jede Person kann dazu beitragen, dass sich andere wohl und geschützt fühlen.

Wenn dir etwas auffällt oder du ein ungutes Gefühl hast, sprich es an.

Vertraue deinem Gefühl

Wenn sich etwas falsch, unangenehm oder komisch anfühlt, sprich mit einer Person, der du vertraust.

Du musst nicht sicher sein, ob wirklich etwas falsch war. Du bist nicht schuld, wenn jemand deine Grenzen verletzt.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Bei unmittelbarer Gefahr: Polizei 133 · Rettung 144

Bei mittelbarer Gefahr: OÖ Pfadfinder*innen Notfallnummer +43 (0) 699 / 1857 02 22