Mit Optimismus in die Zukunft!

~ Ein Brief von Landesleiter Philipp Stögner an die JAM-Leser*innen ~
Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Oberösterreich!

Mit großer Dankbarkeit habe ich bei der vergangenen Landestagung im September eure überwältigende Zustimmung zu meiner Wahl zum Landesleiter erlebt (98,8 % Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen). Viele von euch hatten allerdings nicht die Möglichkeit, in Puchberg „live“ dabei zu sein. Deshalb möchte ich mich noch einmal allen Leserinnen und Lesern des JAM vorstellen.

Mein Name ist Philipp Stögner, ich komme aus der Gruppe Bad Ischl. Dieser bin ich 1989 als Fünfjähriger beigetreten. Biber gab es damals noch lange nicht, dennoch war ich motiviert und wahrscheinlich „überzeugend“ genug, dass sowohl meine damaligen Leiterinnen als auch meine Eltern Ja gesagt haben und mich Pfadfinder werden ließen. Dass mein Großvater, mein Vater und meine Brüder Pfadfinder waren, hat vielleicht geholfen. Viele Heimstunden, Gruppen- und Großlager später durfte ich im RaRo-Alter selbst als Leiter-Assistent sozusagen die Seiten wechseln. Die GuSp haben mir die ersten Schweißperlen auf die Stirn getrieben, die CaEx die nächsten. Doch nach den Großlagern B.Open (Sbg., St. Gilgen), FreeLife (OÖ, St. Georgen) und 4anond (NÖ) hatte das Leben andere Pläne – ich übersiedelte nach Salzburg, um dort zu arbeiten. Viele junge Erwachsene kennen diese Situation: Leider bleibt durch die Entfernung weniger Zeit für Heimstunden und Co. Dennoch konnte ich den Kontakt zur Gruppe halten und im Hintergrund bzw. im Elternrat mitarbeiten.

Vor einigen Jahren kam ein Anruf mit der Bitte, mich wieder verstärkt in die Gruppe einzuklinken. Kaum hatte ich mich versehen, war ich mittendrin statt nur dabei. Neben Kommunikation hieß die größere Aufgabe: WiWö. Gemeinsam mit einem hochmotivierten Team konnten wir in den letzten Jahren die Ischler Pfadis von der sprichwörtlichen Sparflamme zu einem lodernden Lagerfeuer entwickeln.

Aufgrund dieser Erfahrung kann ich allen, die derzeit von ihren Gruppen etwas weiter weg sind, sagen: Kommt zurück! Es ist unglaublich toll, die Pfadfinderei nach etwas Abstand wieder zu erleben. Kinder und Jugendliche, die Lagerfeuer machen, in Rudeln und Patrullen zu einem eingeschworenen Team zusammenwachsen – vom Kind des Vorstandsdirektors bis zum Arbeiter. Nirgendwo sonst habe ich diesen echten Zusammenhalt quer durch alle Schichten und das Glitzern in den Augen von Kindern und Jugendlichen so erlebt wie bei den Pfadfinder*innen.

Im Landesverband bzw. in der Landesleitung habe ich meine Ziele und meine Vision klar definiert:

Meine Vision für die Pfadfinder*innen in Oberösterreich ist, dass wir die sichtbarste und stärkste Jugendbewegung im Land sind– eine Bewegung, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene begeistert und verbindet. Wir bewahren unsere Tradition, gehen mutig neue Wege und nutzen moderne Möglichkeiten, um zukunftsfähig zu bleiben. Unser Ziel ist es, Optimismus und Freude in die Gesellschaft zu tragen und so unsere Gruppen und unsere Gemeinschaft zu stärken.

Jetzt kommt das „große Geheimnis“: Das kann ich nicht allein – dafür braucht es jeden Einzelnen von euch! Bitte habt gemeinsam Freude an der Pfadfinderei, habt Ideen, seid mutig. Wenn es große Ideen sind, für die ihr Unterstützung braucht oder die für das ganze Land interessant sind – meldet euch jederzeit. Die Tür steht für eure Anliegen immer offen.

Ich wurde gebeten, einige Zeilen direkt an die einzelnen Stufen zu schreiben – der Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach!

Liebe Biber, liebe WiWö!
Hätte es die Biber-Stufe in den 1980er-Jahren schon gegeben, wäre ich dabei gewesen. Mit fünf Jahren war auch mein Ziel: Pfadfinder werden. Als Erwachsener hat es mir in den letzten Jahren besonders viel Freude gemacht, Heimstunden der WiWö zu leiten. Spielt gemeinsam, habt Spaß und haltet vor allem in eurer Gruppe zusammen!

Liebe GuSp und CaEx!
Bitte genießt die Pfadfinderei in diesen beiden Stufen. Ihr lernt hier nicht nur euer eigenes Pfadfinderheim, sondern tatsächlich die Pfadi-Welt kennen. Spätestens 2028, wenn wir (voraussichtlich) das nächste große Landeslager in St. Georgen „anstarten“, gibt es bei jedem von euch (und uns!) Gänsehaut pur. Findet Freundinnen unter den Pfadfinderinnen in OÖ, Europa und der ganzen Welt.

Liebe RaRo!
Ihr seid schon nah am Aufbruch. Gerade wenn euch in den nächsten Jahren Studium oder Beruf etwas weiter weg verschlagen, bleibt der Pfadfinderei treu! Einige von euch buchen bereits eine der kommenden Startveranstaltungen oder Einstiegsseminare (alle Termine auf ooe.pfadfinder.at), um selbst als Leiter*in durchzustarten. Wir müssen uns gemeinsam engagieren, um der nächsten Generation das zu ermöglichen, was wir alle an der Pfadfinderei lieben gelernt haben. Früher habe ich mit Wehmut an die tolle Zeit zurückgedacht, heute darf ich sie mit Kindern und Jugendlichen noch einmal erleben – das ermöglicht uns nur die Arbeit als Leiter*in. Lasst uns diese Begeisterung weitertragen!

Liebe Leiter*innen, GLs, ERs und alle, die sich bereits in unserer Bewegung engagieren!
Viele eurer Rollen habe ich in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten selbst durchlaufen dürfen und weiß deshalb genau, wie anstrengend Pfadfinderei manchmal sein kann. Doch erinnere ich mich kaum an andere Lebenssituationen, in denen ich zum Beispiel nach einer siebentägigen Reise ähnlich müde und „zerstört“ (schwer nach Abenteuer riechend) nach Hause gekommen bin, aber gleichzeitig derart zufrieden war wie nach einer Lagerwoche mit wenig Schlaf, aber viel Spaß. Gespräche in den letzten Tagen haben mir diese Erfahrung aus allen Vierteln Oberösterreichs bestätigt. Genießt es – und danke für euer Engagement!

Vergesst dabei bitte nicht, dass auch der Landesverband viele Hände braucht und sich die Arbeit auf Landesebene nicht von selbst erledigt. Wir haben in Oberösterreich ein richtig gutes LV-Team: vom Präsidium um unseren neuen Präsidenten Ulrich Gritsch über das Landesleitungsteam, unsere Trainer*innen, das SCA, Odelboding, JAM bis zu unserem Büro. Dennoch gibt es offene Positionen, und ich würde mich freuen, künftig auch mit dir am selben Strang ziehen zu dürfen.

B.R.A.V.O. an euch alle!

Gut Pfad!
Euer
Philipp Stögner, Landesleiter

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